25 Dezember 2012

Johnny Cash // Hurt


...um (mehr oder weniger) nahtlos beim Westernmotiv fortzufahren: gibt es etwas Bewegenderes als einen alten Mann mit seiner Gitarre? Was Johnny Cash in kongenialer Kollaboration mit Rick Rubin an der Vorlage von Trent Reznors 'Hurt' geleistet hat, die radikal reduzierte Songessenz, die er daraus extrahierte, ist – man kann es nicht anders bezeichnen reine, unverstellte Magie. Dazu die überreifen Bilder von Verlust und Vergänglichkeit aus der Kameralinse von Mark Romanek ('Never Let Me Go')  das Memorial eines Leiderprobten mehr, als ein blosses Video. Wen wunderts, dass an Cashs Todestag auf den TV-Stationen der Welt statt der üblichen biographischen Zusammenschnitte dieses Machwerk rauf und runter gespielt wurde. Und Reznor selbst (Multi-Instrumentalist auch er, und mittlerweile oscargeadelt) sich zu der Bemerkung veranlasst sah: "It really, really made sense and I thought what a powerful piece of art."
Dass Romanek wiederum federführend bei einer anderen Vanitas-Beschwörung der allerdings eher verstörenden Sorte – 'The Perfect Drug' von Reznors Nine Inch Nails  war, rundet diesen Reigen anekdotisch ab. Ein absinthverladener Harry Potter für Erwachsene, wie man versucht ist zu bemerken. (Das berüchtigte Video zum anrüchigen 'Closer', das Eingang in die ständige Ausstellung des MOMA gefunden hat, sei aus Pietätsgründen nur am Rande erwähnt – und mit einem durchaus expliziten 'caveat' versehen.)


Weitere Links:  
NIN – Hurt (live), das Rolling Stone zu den 'American Recordings', sowie Wim Wenders Nachruf auf selbige ('Kein Grab kann ihn halten')

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