26 Dezember 2012

Herbert Grönemeyer // Bleibt alles anders


Was soll man schon zum popvideomusikalischen Oeuvre von Anton Corbijn sagen? Es versammelt eine ganze Reihe potentiell-würdiger Kandidaten für die Lieblingsvideo-Endauswahl, die es hier aus Gelegenheitsnot nur auf die Runner-Up-Liste geschafft haben: darunter das kanonische 'Walking In My Shoes' von Depeche Mode, ebenso das kernige 'Personal Jesus'; das berührende 'Hail Hail Rock 'n' Roll' von Garland Jeffreys; die unaufgeregt schönen Originalaufnahmen zum Original-'One' von U2; im wahrsten Sinn abgespactes wie 'Talk' von Coldplay, aber auch schräg durchgestyltes wie 'Heart Shaped Box' von Nirvana (zu dem Markus Kavka in seiner Top-100-Videoauswahl in der ihm eigenen Lakonie meinte: "Avantgardistisch, surreal. Und wir reden hier immer noch von einer Grunge-Band.") 
Aber um auf Herbert Grönemeyer und 'Bleibt alles anders' zurückzukommen: der Clou erweist sich zum Schluss. Bis dahin rätselt man, wie wohl Lied und visuelle Umsetzung zusammenhängen und weshalb der eine Grönemeyer dem anderen nachjagt, wie wenn der Teufel (im sprichwörtlichen Sinn) hinter ihm her wäre; C.G. Jung hätte zweifellos seine helle Freude an diesem scheinbar kafkaesken Alptraum gehabt. (Wie Corbijn dazu kam, die Bebilderung zu diesem vielleicht zeitlosesten Grönemeyer-Stück beizusteuern? Die beiden sind Nachbarn in der gemeinsamen Wahlheimat London: ein Akt quasi gutnachbarschaftlicher Aushilfe, so wie Grönemeyers Filmmusik zu 'The American'. So klein ist die Welt am Ende.) 


Weitere Links:
'The American' (Trailer) und hellsichtiges von Bono über Anton Corbijn (The Guardian-Review zum Corbijn-Biopic 'Inside Out').  

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