28 April 2013

Albenvorstellung: April


Eine meiner liebsten Erinnerungen aus den 2006 verbrachten Wonnemonaten in New York: der Auftritt von VAST in der legendären Punkabsteige CBGB - es war einer der letzten im traditionsreichen Lokal an der Ecke Bowery/Bleecker Street, das nachfolgend geschlossen wurde und nunmehr als CBGB Festival indirekt (und a-lokal) weiterlebt. Es gibt sogar ein zu erwerbendes Live Recording von jenem sagenhaften Abend, allerdings wollte ich bis dato das Ereignis aufzeichnungslos in Reminiszenz behalten, so wie es sich damals in mein Gedächtnis gebrannt hat (ein Höhepunkt war sicherlich die Begegnung mit einem beflipflopten, beshorteten und ob der unverhofften Begegnung ziemlich verschüchterten Jon Crosby im gemischten Toilettenbereich - als hätten mich die Götter eigens daran erinnern wollen, dass auch private Idole nach der Show nur Menschen sind).
Beim Versuch, VAST in Begriffe zu fassen, stosse ich ziemlich bald an die Grenzen des (respektive meines) Sagbaren: wie sollte man auch ein Bandprojekt, dass als 'Visual Audio Sensory Theater' angedacht und konzipiert wurde, mit schieren Worten beschreiben? Natürlich kann ich die veröffentlichten Studioalben so sicher wie ein persönliches Amen in der Kirche nacheinander runterbeten - 'VAST', 'Music For People', 'Turquoise/Crimson', 'Nude' und 'April' (aus Reverenzgründen möchte ich das in vielerlei Hinsicht verunglückte 'Me and You' anthologisch lieber auslassen). Mit diesen Alben wurde ich mithin erwachsen, bin an ihnen gewachsen; sie waren mir in den letzten anderthalb Jahrzehnten stete und ausdauernde Begleiter. Welche Erfahrungshorizonte sie für mich geöffnet haben, welchen tief(en)schichtigen Wiederklang sie in meinem Denken und meinem Körper gefunden haben: dazu fehlen mir Ansatzpunkte für eine adäquate Beschreibung. Diese Musik ist. Einfach.
Dem geneigten Novizen möchte ich eine rückwärtsgewandte Hörbewegung empfehlen, von 'April' ausgehend hin zum programmatischen Ausgangsalbum, das in den Jahren seit seiner Installation nichts an Aktualität eingebüsst hat. Schätzungsweise ist 'April' das bis dato gereifteste Werk eines begnadeten Songkomponisten und Textkünstlers, und mit Ausnahme von einigen wenigen dissonanten Liedaussetzern ('Frog', 'I'm Too Good', 'I Am A Vampire', 'I'm too Good') eine rundum harmonische Angelegenheit. Von dort aus kann man danach getrost (und getröstet) durch frühere Aufnahmen aus dem Leben des Jon Crosby voranschreiten. 




















Tracks:
// You're Too Young - 3:11
// Dedicate (A Place for Me) - 4:18
// Everything Passing By - 4:01
// Sunday I'll Be Gone - 3:37
// (Frog - 3:04)
// One More Day - 3:22
// Tattoo of Your Name - 3:45
// Is It Me - 2:54
// (I'm Too Good - 3:25)
// She Visits Me - 2:54
// (I Am a Vampire - 3:00)
// Take Me With You - 3:35

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