26 Mai 2013

The Infinite Sadness


Über Kuhn (respektive Monta) geht es gleich wieder zurück zu den besten (liebsten) Cover Songs aller Zeiten. Wobei sich die berechtigte Frage stellt, weshalb dieses teilweise bizarre Blüten treibende Genre eine derartige Faszination auf Geister wie mich ausübt. Michele Catalano hat in einem lesenswerten 'Forbes'-Beitrag darauf einige eloquentere Antworten als ich gefunden, unter anderem, dass gute Cover altgedienter Hits ideale Alltagsfluchten für Gewohnheitstiere wie sie darstellen, 'a little thrill or burst of excitement, like the feeling I get when I venture to do something out of the ordinary'. Was soll man dazu auch hinzufügen: so ist es.
Wirklich guten Coverversionen gelingt es - so Catalano - insbesondere, sich das Original anzueigenen, es sozusagen mit Haut und Haaren (und Worten und Tönen) zu vereinnahmen, um daraus etwas durch und durch Eigenes zu kreieren; entsprechend sind sie weniger Über- als Neubezug. Bei einigen der hier zu präsentierenden Lieblingsstücken werde ich deshalb die Behauptung aufstellen, sie seien besser - essentieller, und insofern in einem gewissen Sinn auch wahrhaftiger - als ihr Ausgangsstoff (bei filmischen Remakes, die in aller Regel nicht mehr sind als ein recyclierender Wiederaufguss von schon Bekanntem, greift dieses Prinzip natürlich nicht in gleicher Weise). Und ja, unsere Listen (diejenige von Catalano und meine) werden sich in wesentlichen Punkten kreuzen, wobei ich den von ihr prominent angeführten Depeche Mode Brachialauslegungen - 'Stripped' von Rammstein, 'Everything Counts' von In Flames - die leiseren Kunstgriffe von Monta entgegenstellen möchte. Es ist, als lege sich die untrügliche Melancholie von Kuhns gitarrebegleiteter Stimme wie eine wärmende Glut über die entwuchteten Ursprungssynthieklänge, und verliehe ihnen so etwas wie Alltagstiefe (dafür gibt es den schönen englischen Ausdruck 'stripped down to the core'). 



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